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Von Robert

15/05/2002

Liebe Freunde von Zion
ich möchte mich bei Euch für all eure Gebete für den letzten Freitag (10.Mai 2002) bedanken. An
diesem Tag haben wir uns im Israelischen Konsulat getroffen, um für den Frieden
Jerusalems zu beten.
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Es war ein wunderbarer Tag, bei dem die Christen sehr
zahlreich repräsentiert waren. Der Vizepräsident der Billy Graham Association
und deren New Yorker Direktor waren dort, ebenso der Geschäftsführer des
amerikanischen Reinhard Bonnke-Büros. Mehrere Hochschulen wurden
repräsentiert. Herr und Frau Dr. Radandt, der Präsident des Kings College,
sowie Vertreter des Nyack College und Alliance Thelogical Seminary waren anwesend.
Mahesh und Bonnie Chavda, Don Finto und Lou Engle konnten ebenfalls dabei sein.
Es war ein sehr starker Tag. Wir hatten eine kraftvolle Gebetszeit.
Gegen später folgte ein privates Mittagessen mit dem Botschafter Alon Pinkas und
Rabbi Michael Melchior, der Stellvertretende Außenminister von Israel.
Im Laufe der vergangenen Wochen habt Ihr sicherlich den Botschafter Pinkas öfters in
CNN sehen können. Während des Mittagessens forderte uns der Minister heraus, indem
er das Buch Esther zitierte, er sagte, ob wir Christen nicht gerade für einen Zeitpukt wie diesen in unsere Position des Einflusses gekommen sind. Er ermahnte uns, unseren Platz als
Wächter auf der Mauer um Zions willen einzunehmen. Es war eine
unwahrscheinlich starke und bewegende Zeit.
Wir stehen im Dialog hinsichtlich weiterer Pläne und Aktionen. Bitte betet
weiterhin für all diese Vorhaben, auf dass Weisheit und Gnade des Herrn uns
weiterhin leiten und unserer Bemühungen begleiten.
Mehrere Leute, die bei der Veranstaltung dabei waren, baten um eine Kopie
meiner Rede, die ich an jenem Morgen gehalten habe. Deshalb stelle ich sie
nachfolgend zur Verfügung.
Gottes Segen!
Robert
Drei Fragen, die gestellt werden müssen
Wir sind heute zusammen gekommen, um für den Frieden Jerusalems zu beten.
Aber wenn es darum geht, gezielte Fürbitte zu praktizieren, müssen wir
uns erst selber einige Fragen stellen. Warum sind wir hier, um für den
Frieden Jerusalems zu beten? Warum Jerusalem? Warum sollte die Aufmerksamkeit und
die Blickrichtung darauf gerichtet sein, heute für diese Stadt zu beten, mehr
als für jede andere Stadt? Wir leben nicht in Jerusalem. Wir leben in New
York oder in anderen Teilen der USA. Warum sollten wir heute für Jerusalem
beten? Was gibt Jerusalem diese Sonderstellung? Was ist unsere Motivation, um für
diese Stadt zu beten?
Und warum für Frieden beten? Die Antwort ist offensichtlich - weil dort kein
Frieden ist. Aber warum gibt es dort keinen Frieden? Worin liegen die
Ursachen und die Wurzeln dieses Konflikts? Ist dies ein wirtschaftlicher Konflikt?
Ein Rassenkonflikt? Ein politischer Konflikt? Oder etwas Tieferes?
Und schließlich müssen wir uns selbst fragen „Welchen Bezug habe ich zu den
Dingen? Habe ich überhaupt einen Bezug dazu? Beeinflusst mich dies
überhaupt? Bin ich ein interessierter Zuschauer? Habe ich eine informierte
Perspektive?“
Der Frieden im Mittleren Osten und genauer gesagt, der Frieden und das
Schicksal Jerusalems, ist zur Hauptschaubühne in der jüngsten Vergangenheit
geworden. Dies allein ist verwunderlich, besonders wenn man bedenkt, dass vor
etwas mehr als 100 Jahren Jerusalem eine unfruchtbare öde Stadt, ohne Leben, war,
ohne jeglichen Handel, öffentliches Leben oder Kultur. Mark Twain beschreibt in seinen
Memoiren über seine Reise dorthin die größte Leere, die er je angetroffen hat.
Andere Weltstädte wie Paris, London, Prag und Kairo waren durch die Jahrhunderte
von historischer, kommerzieller und kultureller Bedeutung. Jerusalem, so
scheint es, war nur als ein Relikt aus der Geschichte von Bedeutung, bekannt für
das, was es in der Vergangenheit repräsentierte, ohne Bedeutung für das
Gegenwärtige. Nun, so scheint es, ist Jerusalem innerhalb der letzten 100 Jahre von
den Toten auferstanden...und in all dem kämpft die Stadt um ihr Überleben.
Heute morgen möchte ich zu Bedenken geben, dass wir bei all unserem Fokus
auf Jerusalem immer noch ganz am Anfang stehen. Ich glaube, dass in den vor uns
liegenden Monaten und Jahren das Schicksal dieser kleinen Stadt und des
sogar noch kleineren Gebietes des sogenannten Tempelberges das Hauptinteresse der
Weltöffentlichkeit erregen und den Dialog herausfordern wird. Wir mögen uns
wünschen, weiterhin Zuschauer zu bleiben, aber dies wird nicht möglich sein.
Ich bin weiterhin äußerst erstaunt und bestürzt, dass selbst in den Nachwehen
des 11. September die meisten Amerikaner und die meisten amerikanischen
Christen immer noch den Anschein erwecken, es nicht verstanden zu haben. Aber wir
haben nicht das Recht, Unverstehen zu wählen, und auch Neutralität stellt
keine Option dar. Das Weltgeschehen wird jeden Einzelnen dazu zwingen, in Bezug
auf Jerusalem Stellung zu beziehen.
So stelle ich uns nun noch einmal einige Fragen bezüglich unseres heutigen
Beisammenseins. Warum sollten wir als Christen für den Frieden von Jerusalem
beten? Warum sollten wir, als amerikanische Christen, für den Frieden von
Jerusalem beten?
Ich glaube, die Existenz Jerusalems, in seinem jetzigen Zustand,
fordert, dass die Welt mit drei Fragen konfrontiert wird. Gewöhnlich möchte die
Welt keinen Fragen ausgesetzt sein. Wir ziehen es vor, mit unseren
alltäglichen Geschäften weiterzumachen, geben allen Ablenkungen nach, die unser
tägliches Leben füllen. Aber Jerusalem unterbricht uns alle, so wie auch Dein
und mein Zeitplan unterbrochen werden musste, damit wir heute hier sein
können. Jerusalem unterbricht uns und fordert uns alle - und die Welt - dazu auf,
drei Fragen zu beantworten.
Frage Nummer 1: Gibt es einen Gott?
Für die Juden ist die Stadt Davids die „Stadt unseres Gottes - der Berg
Seiner Herrlichkeit - schön liegt der Berg Zion, die Freude der ganzen Erde.“
Für die Juden war und ist Jerusalem seit über 3000 Jahren die Stadt Gottes.
Der höchste aller heiligen Orte. Es ist erstaunlich, dass eine Religion, die nicht auf
Bekehrungen aus ist und eigentlich die Hinwendung zu dieser Religion gar nicht
fördert, solch ein Dorn in den Augen der säkularen Welt ist. Gibt es
einen Gott? Die Juden haben immer JA dazu gesagt. Aber sie haben niemals
verlangt, dass irgendein anderer JA zu ihrem Gott sagt. Sie haben niemals
Nationen durch Schwert, Kreuzzug oder Jihad „bekehrt“, haben niemals ihren
Glauben anderen aufgezwungen. Ganz anders als bei fast allen anderen Religionen
in der Welt: sie verlangen nicht, dass die Welt ihren Gott oder ihre Art, ihm
zu dienen, annimmt. Sondern sie waren einfach nur darauf aus, Gott in ihrer
Art zu dienen.
Aber ihr Glaube an Gott hat unberechenbare Konsequenzen. Man kann den
Beitrag, den das jüdische Glaubenssystem zur Weltgeschichte beigetragen hat, gar
nicht hoch genug einstufen.
Tatsächlich ist es aber ein falscher Ausdruck, wenn man von einem ‚Beitrag'
spricht. Ihr Glaube an diesen Gott und sein Gesetz haben die Grundlagen für
alle westlichen Zivilisationen hervorgebracht. Die zehn Gebote und das
mosaische Gesetz haben den Rahmen für die moderne Geschichte gebildet und die
Grenzen und die Basis der Kultur bestimmt, von der alles andere ausgegangen ist.
Die westliche Zivilisation ist seit 2000 Jahren auf dem festen Fundament
erhalten geblieben, das wir von den Juden empfangen haben. Das weltweite
Bewusstsein einer möglichen Existenz eines allwissenden und allmächtigen Gottes kommt
von diesem Volk, und zwar nicht von seiner Verkündigung der Botschaft, sondern
daraus, dass das Volk dies einfach auslebt und es ablehnt, nicht danach
leben zu können.
Gibt es einen Gott? Jerusalem sagt - es gibt ihn!
Frage Nummer 2: Ist Er der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs?
All zu oft in Gefangenschaft oder unter Herrschaft von fremder Macht mit
einem fremdem Glaubenssystem mussten die Juden zwischen Anpassung oder Treue
entscheiden. Und der Weg des Daniel, Shadrach, Meschach und Abednego wiederholte
sich eins ums andere Mal. Es konnte keine Schuld bei den Juden gefunden
werden in ihrer Treue zu ihrem Herrn, und dessen vollbrachtes Werk und seine
Glaubwürdigkeit. Und dennoch war die jüdische Präsenz durch die Zeit hindurch und
- in einer Kultur nach der anderen - der Dorn im Auge für das bestehende
vorherrschende Glaubenssystem - und Tod war die Folge. Heute leben wir in einer Zeit
des Monotheismus, der durch das Blut jüdischer Märtyrer errungen und erhalten
wurde.
Ist Er der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs?
Für die Römer war die Tatsache, dass die Juden die Verehrung Cäsars als Gott
ablehnten, ein Grund für den Tod. Die Juden unternahmen nicht den Versuch,
andere Teile der Bevölkerung des römischen Reiches davon zu überzeugen, dass
Cäsar nicht Gott war. Sie versuchten nicht, das römische Glaubenssystem
umzustoßen oder einige dieser Vertreter zu bekehren. Sie baten nur darum, ihren
Gott auf ihre Weise anbeten zu dürfen. Aber ihre Treue zu Gott - ihre
wunderbare, sture und prophetische Hartnäckigkeit machte sie unattraktiv für die
bestehende Kultur.
Nicht anders war es einige hundert Jahre später, als das Christentum die
Religion der Zeit wurde. Die Juden versuchten auch hier nicht, die Christen zu
bekehren. Sie trachteten nicht danach, mit christlichen Theologen über die
Verdienste und Ansprüche des christlichen Messias' zu debattieren. Die Juden
baten nur darum, allein gelassen zu werden, um ihre Sabbatkerzen anzuzünden, um
ihre Sabbatlieder anzustimmen und um zu beten: „Nächstes Jahr in Jerusalem.“
Aber diese Entschlossenheit und engstirnige Bestimmtheit erzürnte die
christlichen Leiter jener Zeit. Wenn die Juden nicht einsahen, dass Jesus der Messias
war, was bedeutete dies also für die Christenheit? Was mit den
Ansprüchen, die Jesus hatte? Die christlichen Schriften behaupteten, dass die Juden für
eine gewisse Zeit blind gemacht, aber nicht abgeschnitten worden waren. Aber
der nicht enden wollende christliche Antagonismus wurde im Laufe der
Kirchengeschichte blutig und tödlich, weil die Treue der Juden zu ihrer Form der
Anbetung in der christlichen Kultur keine Akzeptanz fand.
Stelle dir vor! Die Kühnheit dieser Juden! Dieses kontinuierliche Gebet zu
demselben Gott, zu dem sie schon über 3000 Jahre gebetet hatten, schon lange
bevor es Christen gab.
Ist Er der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs?
Wahres Judentum verträgt sich nicht mit New Age, mit der „Leb-wie-Du willst-
Mentalität“ und mit der Vielzahl von Götzen, die wir heute in der Welt sehen.
Während der wurzellose - und ich gebrauche das Wort sehr bewusst - der
wurzellose Westen fortfährt, die vermeindliche Weisheit des Dalai Lama
einzuführen, und Oprah dich ermutigt, mit deiner inneren geistlichen Führung in
Berührung zu kommen, weist Jerusalem uns immer auf den einen Gott hin - auf Ha
Shem - auf Adonai.
Jerusalem zwingt uns jeden Tag zu fragen, ob es einen Gott gibt, und Er der
Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs? Sprach er wirklich zu diesen Männern?
Spricht er heute immer noch? Zu wem? Spricht er zu mir?
Frage Nummer 3: Hält er seine Versprechen?
Die Existenz des modernen Staates Israel ist schwerwiegend, in der Tat ist
es unmöglich, es mit natürlichen Worten zu erklären. Aus der Asche der Shoah
und gegen alle möglichen Gegebenheiten wurde Israel geboren. Im Moment der
Entstehung wurde das Land von Mächten bestürmt, die mit Armeen, Finanzen und Waffen ausgerüstet und dazu bestimmt waren, das zu beenden, was Hitler begonnen hatte. Durch Ereignisse,
die nur als übernatürlich beschrieben werden können, schlug diese kleine
Nation - an die 650.000 Menschen - Nationen mit russischen Waffen, wobei drei
von diesen Nationen die stärksten Militärs des Mittleren Osten hatten. Und wie
durch ein Wunder gewann Israel! In dem Geist des Josua, David und Gideon,
blieb Israel bestehen. Sie kamen zurück in das Land ihrer Väter - das Land, das
ihnen durch den Bund zugesagt worden war.
Amos 9:14,15
„Ich werde mein verstreutes Volk Israel in das Land Israel zurückbringen.
Sie werden die kaputten Städte wieder aufbauen und darin wohnen. Sie werden
Weinberge pflanzen und ihren Wein trinken, sie werden Gärten bauen und ihre
Früchte essen. Und ich will sie in ihr Land einpflanzen, dass sie nicht mehr aus
ihrem Land ausgerottet werden, das ich ihnen gegeben habe, spricht der Herr,
dein Gott.“
Hält Gott seine Versprechen?
Und was sagen Sie, Herr Dr. „Ersatz-Theologe“ zu dieser Frage? Dass die
jetzige Existenz Israels ein Zufallsprodukt ist? War Gott am Werk bei der
Wiederherstellung Israels oder nicht? Ist der moderne Staat Israel eine
Manifestation der Verheißungen und Bündnisse Gottes? Ist ER hier an der Arbeit?
Wagen Sie etwa, diese Sache als etwas zu betrachten, das im natürlichen Lauf der
Dinge niemals existieren könnte? Ist für Sie die Bezeichnung Zion eine
Metapher? Sprechen Sie über Jerusalem nur als eine Darstellung des himmlischen
Jerusalems, das noch kommen wird?
Nein! „Vergesse ich deiner, Jerusalem, so verdorre meine Rechte! Meine Zunge
soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht
lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.“ Diese Worte sind in MEINER Bibel.
Ich bin dazu berufen, Jerusalem MEINE größte Freude sein zu lassen.
In den heutigen Tagen schreit Jerusalem zu uns - „Siehe! Er hält seine
Worte! Ich bin wieder bewohnt! Davids Söhne und Miriams Töchter sind wieder in
meinen Straßen und Hügeln. Ich war einst eine Wüste, aber nun erblühe ich wie
eine Rose.“
Und so sind wir berufen, uns über den Gott des Bundes zu freuen
- denn ER ist es, der diese Sache vollbracht hat. Es ist nicht die Treue der Mehrheit
des jüdischen Volkes, die Gott dazu gebracht hat, sich an SEIN Wort zu
erinnern. 80% des modernen Israels ist säkular - gebunden an Humanismus und
Materialismus. Es ist nicht das Israel Gottes, das wir heute preisen, sondern der Gott
Israels - der Sein Wort gehalten hat - der Seine Treue und Seine Liebe unter
Beweis gestellt hat. Er hat sein Wort gehalten, das er David versprochen hat
und baute Sein Königreich für Tausende von Generationen auf. Und so weißich, dass ich diesem Gott trauen kann! Er hat sich selbst als treu erwiesen. Er
hat die Ausgestoßenen Israels versammelt, und heutzutage beginnen wir den
Schrei zu hören - „Kommt, lasst uns zum Berg des Herrn gehen - zum Haus des
Gottes Jakobs.“
Gibt es einen Gott - Jerusalem ruft JA.
Ist ER der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs - Jerusalem ruft JA.
Hält er SEINE Verheißungen - Jerusalem ruft JA.
Und DIES ist der Grund, weshalb wir uns heute als Christen versammeln, um
für den Frieden von Jerusalem zu beten. Jerusalem ist die physische
Manifestation der Natur unseres Gottes, der den Bund hält. Und wenn wir mit der
Bibel übereinstimmen - dem Wort Gottes - und dem Mandat, für Jerusalem zu beten,
nachkommen, stimmen wir mit Gott Selbst überein. Um Zions willen will ich
nicht schweigen, und um Jerusalems willen werde ich nicht stille halten, bis
seine Gerechtigkeit hervorbricht und seine Errettung wie eine Fackel strahlt.
Ich habe Wächter auf die Mauern gestellt, o Jerusalem, sie werden niemals
schweigen. Ihr, die Ihr zum Herrn schreit, lasst Euch selbst keine Ruhe, bis er
Jerusalem errichtet und es zum Lobpreis auf der ganzen Erde werden lässt.
Robert Stearns
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